gerichtliche Entscheidung über die Maßnahme der Fremdunterbringung

18.3.2015 - Verhandlung vor dem BG Favoriten:
Festgehalten wird, dass heute nur über die Maßnahme der Fremdunterbringung verhandelt wird.

Der Richter verlangt vom Kinder- & JugendHilfeTräger eine konkrete Darlegung der akuten Gefährdung, die ja für den drastischen Eingriff einer Fremdunterbringung notwendig ist.

Art. 8 EMRK ist hier der Maßstab.

Der KJHT, in der Verhandlung vertreten durch RA Mag. Isabel Albrecht, argumentiert neuerlich mit dem Patientenbrief des NZ Rosenhügels. Viele Therapien wären notwendig, die Eltern würden dies nicht schaffen … „das Kind müsse auch lernen, sich und andere besser zu verstehen …“ (?!)
Die Therapie wird mittels Folder noch mal „schmackhaft“ gemacht, auch Elternteile könnten in dieser WG Eberau zeitweilig aufgenommen werden, dies zwecks besserer Zusammenarbeit …
Es stellt sich die Frage, wer würde sich in der Zwischenzeit um die Schwester kümmern ? Wieder der KJHT ... ?
Der Richter befragt dann noch beide Eltern, sowie auch das betroffene Mädchen, das vom großen Bruder als Vertrauensperson begleitet wird.
Der Richter muss erkennen, dass sich das Kind durchaus ausdrücken kann, auch seinem Blick standhalten kann und ihm mitteilt keinesfalls in einer Wohngemeinschaft untergebracht werden zu wollen. Zu Hause gehe es ihr gut und sie freue sich schon wieder auf die Schule …

Der Richter verkündet sofort in der Verhandlung den Beschluss:

Die Maßnahme der Fremdunterbringung wird für unzulässig erklärt. Der KJHT verzichtet auf Rechtsmittel.

Das Mädchen kann gemeinsam mit ihren Eltern überglücklich ihre Sachen vom Krisenzentrum abholen !