LAW made in A

Die Österreichische Gesellschaft und ihre Gesetze

Die Gestaltung und Anpassung der für das gesellschaftliche Zusammenleben gültigen Regeln und Steuerungsmechanismen ist Sache der Politik. Politik ist wiederum der offen ausgetragene und nach bestimmten Regeln ablaufende Interessenskonflikt in dem jene Themen geregelt werden, welche für die Gesellschaft wichtig sind.

Das politische System in Österreich ist ein Mehrparteiensystem. Die demokratische Ordnung Österreichs basiert auf der Existenz und Vielfalt politischer Parteien. Die vom Volk mit Verantwortung betrauten politischen Parteien repräsentieren mehr oder weniger programatisch ihre Ideologie.
Dominant ist der (macht)politisch motivierte Selbstzweck und Eigennutzen der Politiker. Polemische und populitische Einflüsse verzerren gezielt die politische Willensbildung der Allgemeinheit.

Der Souverän, das Volk, unterliegt dem Schein des gesellschaftspolitisch guten Willens, denn objektiv betrachtet haben uns für wichtig verkaufte Themen und Inhalte häufig deutlich geringere bis keine Bedeutung.

Unser "politisches System" reagiert auf Sozialen Wandel deutlich zu träge, so sind die "gültigen und zu lebenden" Regeln und Steuerungsmechanismen noch weniger realitätsnah - schon "steinzeitlicher Natur"?

So sind Familien-Themen und die Gestaltung der für das Familien(zusammen)leben relevanten Rahmenbedingungen in der gesellschaftspolitischen Landschaft längstens deutlich unterrepräsentiert.

WILLKOMMEN in der URZEIT !

Wir versuchen in weiterer Folge selbst einen kleinen Ein- und Durchblick in das "monströse" Konstrukt zu gewinnen.

Comments

neues Ministerium & neues Regierungsmitglied (ohne Portefeuille)

ein Schreiben, postalisch gerichtet an die neue Ministerin mit dem Vermerk "persönlich".
Wir werden sehen, was die Reaktion ist.

Frau Dr. Sophie Karmasin – persönlich
p.A. Karmasin.Motivforschung GesmbH
Anastasius-Grün-Gasse 32
1180 Wien Wien, am 16. Jänner 2014

Sehr geehrte Frau Minister,
Sehr geehrte Frau Dr. Karmasin!

Aus Erfahrung habe ich gelernt, dass Schreiben wie dieses nicht über Schreibtische Dritter gehen soll; daher erlaube ich mir dieses Schreiben an Sie persönlich zu richten.

Zuvor gestatten Sie mir die Frage, ob Sie im Rahmen Ihrer Firmenzugehörigkeit bei Karmasin Motivforschung jemals eine Motivforschung bei Minderjährigen angestellt oder dabei mitgewirkt haben. Meine Vermutung ist, dass dies nicht der Fall war, doch ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Sollte meine Vermutung falsch sein, so ist das Ergebnis der Erhebung sicher nicht an die Öffentlichkeit gelangt; ich wäre Ihnen aber dankbar, wenn Sie mich diesbezüglich informieren könnten.

Ich kann mir vorstellen, dass eine solche Meinungserhebung weder leicht noch wirtschaftlich von Interesse sein dürfte, denn Kinder stellen nur eine Randgruppe in unserer Gesellschaft dar. Eine Randgruppe deshalb, weil sie mit wenig Lebenserfahrung und als Abhängige weder wirtschaftliche, noch mediale und schon gar keine parteipolitische Macht besitzen.
Und da sie sich auch kaum bis gar nicht artikulieren können, ihnen dazu auch nicht die Gelegenheit geboten wird, besitzen sie in Österreich nicht einmal den Status eines „Rechtssubjekts“. Und Sie kennen gewiss auch das Sprichwort „Wo kein Kläger, da kein Richter“.

Ziehen Sie diese Umstände in Ihre Überlegungen mit ein, glauben Sie dann etwa noch, dass sich das geltende Familienrecht (auch) an Bedürfnissen der Kinder orientiert?
Ich meine damit ganz natürliche, d.h. von Natur aus gegebene Bedürfnisse, und nicht Interessen, wie sie etwa bei der Gesetzgebung durch Verbände von ihren Lobbyisten in Personalunion mit Expertenrunden, Begutachtungsstellen und Parlamentsabgeordneten, eingebracht und in der Folge auch als Gesetze beschlossen werden.

Abschließend möchte ich meine eingangs getroffene Aussage widerrufen:
Ich kenne eine, wenn auch bescheidene Motivforschung unter Minderjährigen. Ich kenne die Frage(n), die Antworten und die zugehörigen Begründungen, und diese sind mehr als aussagekräftig!
Das Pikante daran ist, dass diese Motivforschung von Ihrem heutigen „politischen Gegner“ - pardon, „Koalitionspartner“ - durchgeführt wurde; nachdem das Ergebnis der Studie aber nicht den Erwartungen entsprach, verschwand sie Studie gleich wieder in einer Schublade.

In der erwähnten Studie sagen Kinder selbst wie sie über „ihre“ Familie denken. Vielleicht interessiert es Sie; ich lasse sie Ihnen gerne zukommen. Es könnte der Familienpolitik eine neue, ungewohnte Dimension erschließen*). Eine Dimension, in der Familie weder durch die Berechtigung zum Bezug der Familienbeihilfe definiert, noch durch die Anzahl der erzielbaren Wählerstimmen bestimmt wird, sondern in erster Linie durch die echten Bedürfnisse der heranwachsenden Generation.
Sind Kinder nicht gerade jener Teil der Familie, welcher der Familie erst ihren eigentlichen, auf die Zukunft ausgerichteten Sinn gibt?

Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für das Neue Jahr, wie auch für Ihren politischen Einstieg.

Ihr

Dr. Hans Leydolt
Esterhazygasse 9a/6
1060 Wien
email: hj.leydolt@gmx.at

*) Mir sind auch die Gründe bekannt, warum dies bisher nicht der Fall war.

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In Ergänzung zu meinem Schreiben:
Die erwähnte Motivforschung unter Minderjährigen heißt: "Wer fürchtet sich vorm ....?" und stammt von den Kinderfreunden aus dem Jahre 1991 (im Internet unauffindbar, trotzdem heute genauso gut - oder genauso schlecht - gültig). Mit der Frage werden die Ängste der Kinder und mit den Antworten die Gründe dafür ermittelt. Ganz bezeichnend, es sind ausschließlich Ängste vor dem Verlust von Beziehungen. Wer diese Studie nicht kennt, dem sende ich sie gerne zu, mit oder ohne meine Kommentare, oder auch beide Versionen.

Übrigens trifft sich ein Satz meines Schreibens auch mit den Forderungen der Männerpartei in ihrer heutigen Presseaussendung: "Familienbeihilfe" ist reines Müttergeld - Männerpartei fordert Reformen!
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