Ein Kind leidet an Neurofibromatose

Ort: 
Wien

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Der KJHT, MA 11, Bezirk 10B, Favoritenstraße 211, unter der Leitung von DSA Regina Brandstetter fordert die zwangsweise polizeiliche Abnahme des kranken Kindes und die Überstellung in eine Wohngemeinschaft in einen Ort Eberau – 180km entfernt vom Elternhaus!
Grundlage der geforderten Maßnahme ist ein Befund des KH Hietzing, Neurolog.Zentrum Rosenhügel.

Vorgeschichte:

Die Familie besteht aus Vater, Mutter und 4 Kindern (12, 14, 22 und 23 Jahre). Beide älteren Söhne studieren bereits. Der Vater, der jüngere Sohn und die jüngste Tochter leiden an Neurofibromatose1, eine eher seltene Krankheit. Betroffene und deren Familien leben daher in ständiger Angst vor medizinischen Problemen. Die psychische Dauerbelastung ist sehr intensiv.

Die Eltern, die sich ursprünglich wegen Schulproblemen um Hilfe an das Jugendamt wandten, erklärten sich, nach einer kurzen Krisenunterbringung – damals noch nicht anwaltlich vertreten – mit dem Vorschlag der zuständigen DSA, das Mädchen zur diagnostischen Abklärung im Neurologische Zentrum Rosenhügel unterzubringen einverstanden.

Die Mutter sagte denn Ärzten von Anfang an, dass bei ihrem Kind Neurofibromatose diagnostiziert sei.

Nach 3 Monaten Aufenthalt kam am 14.1.2015 der Befund, der sämtliche Symptome der genannten Krankheit aufzeigt.

Diese Symptome wurden aber nicht dieser Krankheit zugeordnet, sondern ausschließlich als Verfehlungen der Eltern qualifiziert,

die Experten im AKH wurden nicht beigezogen!

Nach der Entlassung vom NZ Rosenhügel wird das Mädchen wieder ins Krisenzentrum Moselgasse überstellt, wo die Eltern, nunmehr vertreten durch RA Michaela Krankl, am 21.1.2015 erfahren, dass bereits am 14.1.2015 die Übernahme der Pflege und Erziehung durch den KJHT beschlossen wurde.

Den Eltern wird massive Vernachlässigung der Tochter vorgeworfen, das Mädchen soll langfristig in einer Wohngemeinschaft untergebracht werden.

Am 27.2.2015 teilt man ihnen in Anwesenheit des Kindes mit, ihre Tochter komme in eine „therapeutische Wohngemeinschaft“ nach Eberau – 180 km von Wien entfernt.

Am Montag, 2.3.2015 wird der Mutter mitgeteilt, wenn sie das Kind zurückbringt, wird man doch noch versuchen eine nähere Wohngemeinschaft zu finden – vielleicht nur NÖ !

Sowohl am 2.3.2015 als auch am 3.3.2015 negiert man den Hinweis der Rechtsvertretung auf die Grunderkrankung und deren genauen Abklärung im AKH, es heißt nur:
„Wir haben die Pflege und Erziehung, die „Neuro-Dings-Da“ interessiert mich nicht und wenn das Mädchen nicht gebracht wird, wird die Polizei verständigt, diese wird sie zurückbringen, so ist das.“ Ich solle Klienten richtig beraten, was sie zu tun hätten, wenn sie nicht gebracht wird, wird dies in die weitere Beurteilung einfließen und beweist die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Eltern“

Auch auf die akute Erkrankung des mj. Mädchens, ihre psychische Verfassung wird nicht Rücksicht genommen.
Eine menschlich unerträgliche Situation !

Die Eltern werden sich diesem Druck und diesen Drohungen aber nicht beugen sondern ihre, ihnen kraft Gesetzes gegebene Garantenstellung pflichtgemäß ausüben.

Vorläufig kann das Mädchen nicht in die Schule gehen, erstens ist es krank und zweitens gibt es keine Sicherheit, dass es nicht auch von dort durch das Jugendamt gegen ihren erklärten Willen abgeholt und von ihren Eltern getrennt wird.

Die rechtliche Grundlage
Interimskompetenz des KJHT gemäß § 211 ABGB
versus
Garantenpflichten der Eltern gem. § 137 Abs2 ABGB

Die aus § 137 Abs. 2 ABGB folgende Garantenstellung gegenüber (ehelichen oder unehelichen) Kindern umfasst den lebenslangen Schutz von Leib, Leben und Freiheit und demnach auch die Pflicht, mögliche physische oder psychische Schädigungen am Kind zu verhindern. Diese Rechtspflicht bleibt selbst auch bei einer Entziehung oder Einschränkung der elterlichen Rechte und Pflichten bestehen2

Den fortbestehenden Mindestrechten des Elternteiles, dem die Obsorge nicht zukommt, insbesondere in Ansehung des persönlichen Verkehrs mit dem Kind (§ 148 Abs 1 ABGB), entsprechen auch elterliche Pflichten, die durch die Entziehung der Obsorge nicht aufgehoben werden können, weil sie nicht auf der konkreten Obsorgeregelung, sondern auf der Elternschaft selbst beruhen.3

Im Sinne des § 2 StGB haben Eltern daher auch eine Erfolgsabwendungspflicht von jeglichen Schädigungen ihres Kindes. Anderenfalls sie selbst straffällig werden könnten.

  1. 1. Krankheit mit vielen Gesichtern
    Neurofibromatose ist die häufigste neuro-kutane Erkrankung der Welt. Das vielseitige und komplexe Krankheitsbild umfasst hauptsächlich Tumore, die Nerven und Haut betreffen. Diese sogenannten Fibrome können aber auch an inneren Organen entstehen und deren Funktion gefährlich beeinträchtigen. Psychologische und orthopädische Symptome sind ebenfalls häufige Krankheits-Symptome.
    weitere Information:
    NF Kinder
    Bundesverband NeuroFibromatose
  2. 2. § 179 ABGB aF, nunmehr § 181 ABGB nF, OGH 14Os 11/97, 14Os 126/04 u.a.
  3. 3. Zum Fortbestand der Beistandspflicht auch für das eigenberechtigte - daher nicht mehr in elterlicher Obsorge befindliche - Kind. vgl Schwimann, Praxiskommentar Rz 4 sowie Pichler in Rummel Komm2 Rz 6, jeweils zu § 137 ABGB)

Comments

objektiv betrachtet?

Die Eltern haben zweifelsfrei umfangreich Kenntnisse und Erfahrung betreffend diese Erkrankung.
Der Vater und der bereits 22-jährige Sohn und Bruder des Mädchens sind von diesem heimtükischen Gendefekt betroffen.
Die Erkrankung wurde beim Mädchen festgestellt am [Datum folgt] - Befund vom [Datum und Einrichtung folgt]
Die Mutter informierte am [Datum folgt] auch schon bei/vor der Aufnahme(-gespräch) im KH Hietzing, Neurologisches Zentrum Rosenhügel, die Ärzte, dass das Mädchen an Neurofibromatose Typ1 leidet.

Die Leistung der Eltern bzw. der gesamten Familie ist als bemerkenswert und bewunderungswürdig einzustufen, die Familie hat höchste Hochachtung verdient ... Ärzte bzw. die Helferkonferenz am Rosenhügel am 14.1.2015 erkennen jedoch Verfehlungen der Eltern.

Am 2.3.2015 ereifert sich eine Sozialarbeiterin vom Amt für Jugend & Familie Bezirk 10/B
Wir haben die Pflege und Erziehung, ... die „Neuro-Dings-Da“ interessiert mich nicht ...

Die Aufgabe oder noch deutlicher das Mandat der sozialen Einrichtung Amt für Jugend & Familie lautet:
Die MAG ELF ist speziell mit der Unterstützung von Familien und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen beauftragt. Gleichzeitig versteht sie sich als Serviceeinrichtung für Familien und bietet ein umfassendes Beratungsangebot.
Quelle: Wien.at - Kinder, Jugend und Familie

... mit der Unterstützung von Familien ?
... mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen ?
BEAUFTRAGT ???

Wissentlich betraut mit der Pflege und Erziehung, denn ... Wir haben die Pflege und Erziehung,
und dann interessiert eine DSA = DiplomSozialArbeiterin die wesentlichste Information nicht ? ... und das nach mehr als 3 Monaten betraut mit der "Betreuung" und "Unterstützung"
Wie ist ein derartiges Verhalten zu bezeichnen?

Ist für derart schwerwiegende Entscheidungen nur eine Person zuständig? Es gibt doch das 4-Augen-Prinzip! und 4-Augen gehören doch zu 2 Personen, d.h. Fachkräften der Sozialen Arbeit = 2 DSA (DiplomSozialArbeiterInnen)
und das ist sogar gesetzlich geregelt
Bundesgesetz über die Grundsätze für Hilfen für Familien und Erziehungshilfen für Kinder- und Jugendliche (Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetz 2013 – B-KJHG 2013) veröffentlicht am 17. April 2013 im Bundesgesetzblatt I Nr. 69/2013 mit Inkrafttreten am 1. Mai 2013
nachzulesen auf HELP.gv.at - Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetz – beschlossene Neuerungen
Das sind (die) Schwerpunkte der Reform:

  • Einführung der Gefährdungsabklärung und Hilfeplanung im Vier-Augen-Prinzip
    Die Einschätzung, ob das Wohl eines Kindes gefährdet ist, d.h. ob es z.B. misshandelt, gequält, vernachlässigt oder sexuell missbraucht wurde, beruht auf einem komplexen Prozess, der erstmals gesetzlich geregelt wird. Um eine möglichst sichere Beurteilung im Einzelfall gewährleisten zu können, wird daher eine zweite Fachkraft herangezogen, wenn dies für den Kinderschutz erforderlich ist. Dies ist der Fall, wenn viele Beteiligte involviert sind, widersprüchliche Angaben gemacht werden, die Sachlage sehr komplex und unklar ist und das Gefährdungsrisiko für das Kind hoch ist. Ist die Sachlage offensichtlich, genügt für die Beurteilung eine Fachkraft. Ebenso wird zur Hilfeplanung erforderlichenfalls eine weitere Fachkraft nach dem Vier-Augen-Prinzip beigezogen.
    ...
  • Einführung der Kinderrechte als handlungsleitende Prinzipien neben dem Kindeswohl
    Mit der Ratifikation der UN-Kinderrechtekonvention und der Verabschiedung des Bundesverfassungsgesetzes über die Rechte von Kindern wurden das handlungsleitende Prinzip des Kindeswohls sowie das Recht auf Gleichbehandlung und Achtung der Meinung von Kindern und Jugendlichen als Leitgedanken der Kinder- und Jugendhilfe besonders unterstrichen. Kinder und Jugendliche werden nunmehr primär als Trägerinnen/Träger von Rechten und nicht mehr als Objekte wohlmeinender Fürsorge betrachtet.